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Schmalganglager

Schmalganglager

Durch Schmalgangstapler bediente Hochregallager stellen technologisch stark weiterentwickelte Systeme dar, die es dem Anwender ermöglichen, hohe Durchsatzleistungen bei einem beachtlichen Volumennutzungsgrad zu realisieren. Das Schmalganglager ist gekennzeichnet durch einen geringen Flächenbedarf für Arbeitsgänge und durch große Hubhöhen. Daraus resultiert ein hoher Raumnutzungsgrad. Dennoch kann auf jeden Palettenplatz ohne Einschränkung zugegriffen werden. Außerdem kann man direkt vor den Palettenfächern kommissionieren.

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Arbeitsgang im Schmalganglager

Im Hinblick auf den Arbeitsgang (lichtes Maß zwischen den Regalen beziehungsweise den eingelagerten Lasten im Regal) ist beim Aufstellen der Regale zu berücksichtigen, welche maximalen Überstände der Last über das Ladehilfsmittel auftreten können. Ist ein Gebäude bereits vorhanden, muss darauf geachtet werden, dass vorhandene Stützen und andere Gebäudeteile oder Installationen nicht in den Arbeitsgang (Ast) hineinragen.

 

Umsetzgang

Der Umsetzgang (Ast 3) ist für den reibungslosen Wechsel eines Schmalgangstaplers von Gasse A nach Gasse x vorgesehen. Ein lichtes Maß für den Umsetzgang ergibt sich aus der Länge des jeweiligen Flurförderzeugtyps einschließlich der größten angenommenen Last plus einem Aufschlagsmaß, abhängig von der Führungsart (Mindestgröße: 1 000 Millimeter bei Induktivführung, 500 Millimeter bei Schienenführung).

 

Flucht- und Rettungswege

Die Entfernung von jedem Punkt innerhalb des Lagers zum nächsten Brandabschnitt oder ins Freie darf maximal 30 Meter Luftweg beziehungsweise 50 Meter Laufweg betragen. In Deutschland sind die genannten Weglängen durch die DIN 4102 festgelegt, können jedoch in den Bauordnungen der einzelnen Bundesländer abweichen. Wird aufgrund der maximalen Entfernung ein Fluchtweg quer durch die Regalanlage erforderlich, müssen folgende Kriterien eingehalten werden: Gemäß Arbeitsstättenverordnung muss eine Gangbreite für den Fluchtweg abhängig von der Anzahl der im Einzugsbereich tätigen Personen ausgelegt werden. Für bis zu fünf Personen werden mindestens 0,87 Meter, für bis zu 20 Personen mindestens ein Meter lichte Gangbreite gefordert. Die lichte Höhe muss mindestens zwei Meter betragen. Einer missbräuchlichen Nutzung der Fluchtwege durch Personen ist entgegenzuwirken. Hinweise oder Schilder müssen sicherstellen, dass die Wege nicht zugestellt oder verbaut werden. Lässt sich der Fluchtweg in einem Bereich nur am Ende einer Regalgasse einrichten, sind Fluchttüren oder ein quer laufender Weg vorzusehen. Regalablagen über den Fluchtwegen sind gegen das Herabfallen von Ladeeinheiten oder das Durchfallen von Ladegut zu schützen.

 

Bodenbeschaffenheit im Schmalganglager

In einem Schmalganglager müssen nicht nur an die Flurförderzeuge technisch hohe Ansprüche gestellt werden, auch die das Fahrzeug umgebenden Gewerke, beispielsweise der Boden, haben bestimmte Mindestanforderungen zu erfüllen. Um den vollen Leistungsumfang der Geräte ausnutzen zu können, sind die Anforderungen der VDMA-Richtlinie »Bodenanforderungen für Schmalgangstapler« zwingend einzuhalten. In Bezug auf Festigkeiten muss die Deckschicht (Estrich) die Anforderungen der Beanspruchungsgruppe II der DIN 18560, Teil 7, Tabelle 1 erfüllen. Der Boden darf sich unter Last nicht plastisch verformen. Schächte, Kanäle oder ähnliche Bodenunterbrechungen sind mit einem Mindestabstand von 200 Millimeter zu den Fahrspuren anzuordnen. Grundsätzlich sollten derartige Einbauten im Arbeitsgang vermieden werden. Der Boden muss gegen Öle und Fette resistent sein. Der Fahrspurbelag muss abriebfest sein und darf nicht zur Staubentwicklung neigen. Der Erdableitungswiderstand gemäß IEC 1340-4-1, DIN EN 1081 darf 106 Ohm nicht überschreiten. Die Griffigkeit des Bodens muss so beschaffen sein, dass die ISO 6292 eingehalten wird (Erfahrungswert: circa 0,5 Mikrometer). Die Normung ist durch nationale Standards geprägt. Der tragende Untergrund ist nach geltenden Normen, zum Beispiel DIN 1045 und DIN 18202, auszuführen. Unter Berücksichtigung möglicher Setzungen ist der tragende Untergrund so herzustellen, dass Winkeltoleranzen beim flächenfertigen Boden maximal 15 Millimeter betragen. Für alle Bereiche des Hallenbodens gelten die Toleranzen in Anlehnung an die DIN 18202. Im Schmalgangbereich, der Gasse, gelten zusätzlich die Toleranzen der VDMA-Richtlinie: „Bodenanforderungen für Schmalgangstapler“ (www.VDMA.org → Branchen → Logistiksysteme/ Fördertechnik). 

 

Rechtliche Lage in Deutschland

In Deutschland wird das Betreiben eines Schmalganglagers durch diverse Richtlinien und Vorschriften geregelt. In Ländern, in denen dies nicht der Fall ist, sollten die im folgenden beschriebenen Maßnahmen als Empfehlung beachtet werden. Mit der Einführung der aktuellen Arbeitsstätten- und Betriebssicherheitsverordnung (Betr-SichV vom 3.10.2002) wird den Betreibern von Lagereinrichtungen mehr Eigenverantwortung übertragen. Nach den Vorschriften des Arbeitsschutzgesetzes hat der Betreiber zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes beim Betreiben seiner Schmalganglager erforderlich sind. Sofern vorgeschriebene Abstandsflächen zwischen Regal und Fahrzeug nicht eingehalten werden können oder keine bauliche Absperrung der Schmalgangbereiche für Personen erfolgen kann, sind vom Betreiber Ersatzmaßnahmen zu ergreifen. In einer Gefährdungsbeurteilung ist zu prüfen, ob die notwendige Sicherheit von Beschäftigten durch die Anwendung der jeweiligen Ersatzmaßnahmen zu erreichen ist. Die Gefährdungsbeurteilung wird vom Betreiber in seiner Eigenschaft als Arbeitgeber erstellt. Sie hat die Wechselwirkungen am Arbeitsplatz vollständig zu berücksichtigen. Der Hersteller versorgt den Betreiber mit Informationen, wie der Betriebsanleitung und weiteren Informationen, siehe Maschinenrichtlinie MRL 2006/42/EG, Artikel 5(1)c. Mithilfe dieser Informationen ist der Betreiber im Regelfall in der Lage, die von ihm geforderte Gefährdungsbeurteilung durchzuführen.

Warmbold Jürgen, Enzyklopädie der Flurförderzeuge