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Hubgerüst

Hubger-st

Durch das Hubgerüst, auch Hubmast genannt, werden der Lastträger und die Hublast vertikal bewegt. Das Hubgerüst ist somit ein wesentlicher Bestandteil aller Flurförderzeuge mit Hochhubeinrichtung. Es besteht im Prinzip aus einem äußeren Standmast, in dem sich der Gabelträger wie im nicht teleskopierenden Einfachmast bewegt. Diese Konstruktion ist jedoch heute selten. In den meisten Fällen bewegen sich im Standmast ein oder mehrere innere Fahrmaste. Beim Einfach- und Zweifach-Teleskop-Hubgerüst ist das ein innerer Fahrmast, beim Dreifach-Teleskopgerüst sind es zwei und beim Vierfach-Teleskopgerüst drei innere Fahrmaste. Zum Hubgerüst gehören, je nach Konstruktion, ein oder zwei Hubzylinder, ein oder  zwei Hubketten sowie entsprechende Hydraulikleitungenund Hydraulikanschlüsse. Im Gegensatz zu den Gabelträgern und den  Gabelzinken sind Hubgerüste nicht genormt. Hubgerüste können starr sein, das heißt ohne Vorwärts- und Rückwärtsneigung. In der Regel sind sie jedoch neigbar (nach Bauart und Hersteller unterschiedlich), und zwar nach vorn, um die Last leichter aufnehmen und absetzen zu können, und nach hinten, um die Last beim Transport zu stabilisieren.

Abmessungen

Die Abmessungen der Hubgerüste bedeuten entsprechend der Richtlinie VDI 2198:
• h 1 = Bauhöhe des Hubgerüsts, Mast eingefahren.
•  h 2 = Normalfreihub, das heißt Anheben der Gabel ohne Vergrößerung der Bauhöhe.
•  h 3 = Hub. Dies ist der Abstand von der Oberkante des Lastaufnahmemittels (Gabel, Plattform, Anbaugerät) im abgesenkten Zustand bis zur Oberkante des Lastaufnahmemittels im angehobenen Zustand.
•  h 4 = Bauhöhe des Hubgerüsts, Mast ausgefahren.
•  h 5 = Initialhub. Hierbei handelt es sich um einen großen Freihub, der mit einem speziellen Hubzylinder erzielt wird.

Bauarten

Die verschiedenen Bauarten sollen hier kurz angesprochen werden:

Einfach-Hubgerüst: Hierbei handelt es sich um ein nicht teleskopierbares Hubgerüst. Der Gabelträger bewegt sich unmittelbar im äußeren Standmast. Einfach-Hubgerüste werden relativ selten verwendet, da sie ein ungünstiges Verhältnis zwischen Hubund Bauhöhe aufweisen.

Einfach-Teleskopmast (Simplexmast): Teleskopierbares Hubgerüst, bestehend aus einem äußeren Standmast und einem inneren Fahrmast, in dem sich der Gabelträger bewegt. Der Simplexmast ist das Hubgerüst, das am häufigsten eingesetzt wird.

Zweifach-Teleskopmast (Duplexmast): Dieses Hubgerüst besteht ebenfalls aus einem äußeren Standmast und einem inneren Fahrmast, in dem der Gabelträger geführt wird. Den Unterschied zum Simplexmast macht der Hubzylinder aus, der zweifach teleskopierend konstruiert ist, wodurch sich ein großer Freihub erzielen lässt. Mit Duplexmasten ausgestattete Gabelstapler benötigt man vor allem in Räumen mit niedrigen Decken, in Kellerräumen, in geschlossenen Eisenbahngüterwagen und in Frachtcontainern.

Dreifach-Hubgerüst (Triplexmast): Wenn es darauf ankommt, bei kleiner Bauhöhe große Hübe zu erreichen, eignen sich dafür Triplexmaste am besten. Hierbei handelt es sich um Hubgerüste, die aus einem äußeren Standmast und zwei innerenFahrmasten bestehen. Der Gabelträger wird in dem innerstenFahrmast geführt. Triplexmaste sind zu empfehlen, wenn man niedrige Tordurchfahrten berücksichtigen muss, im Lager aber hoch stapeln will.

Vierfach-Hubgerüst (Quadruplexmast): Ein äußerer Standmast und drei innere Fahrmaste machen dieses Hubgerüst technisch kompliziert und daher teuer. Aufgrund dessen sind Quadruplexmaste selten. Man findet sie fast ausschließlich an Hochregalstaplern sowie an konventionellen Flurförderzeugen, die in Kühlhäusern fahren. Bei Hochregalstaplern mit Hubhöhen um zwölf Meter bietet sich diese Konstruktion deshalb an, weil die Bauhöhen der anderen Hubgerüstkonstruktionen zu hoch wären. In Kühlhäusern muss zum einen hoch gestapelt werden, zum anderen sind sehr niedrige Tore zu durchfahren, um die Kälteverluste zu minimieren.

Freisichthubgerüste ermöglichen dem Fahrer eine bessere Sicht nach vorn, weil Bauteile, wie Hydraulikzylinder, Hubketten und Schläuche, aus dem Blickfeld des Fahrers entfernt und seitlich am Hubgerüst angebracht werden.

Warmbold Jürgen, Enzyklopädie der Flurförderzeuge